Erwartungen machen Druck!

Kennst Du den Druck, der entsteht, wenn jemand etwas von Dir erwartet? Ist dir klar, was dann alles in deinem Inneren anspringt? Sofort geht die Lampe an, die blinkt: „Du bist nicht in Ordnung.“ Sofort kommt eine körperliche Reaktion, meist fühlt sich die Kehle wie eingeschnürt. Dein Gegenüber erscheint übergroß mit seiner Erwartung, es ist wie eine unausgesprochene Forderung, es erzeugt ein Gefühl von „Ja, dieser Mensch hat ein Anrecht auf etwas… UND ich MUSS das jetzt erfüllen, sonst….“

 

Puh, wenn ich da reingehe, ist Erwartung etwas ganz schön Mächtiges und derjenige, der die Erwartung erfüllen soll, müsste sich dabei ganz schön unterlegen fühlen.

 

In der Berufswelt gibt es genauso wie in der Partnerschaft Erwartungen. Sind die Mechanismen, Muster und Prägungen, die hinter den Erwartungen liegen, für jeden offensichtlich und bewusst?

 

In vielen Beziehungen ist es ganz natürlich, dass die Partner sich gegenseitig glücklich machen wollen. So fängt Beziehung an: lebhaft, liebevoll, anziehend und plötzlich fängt einer von beiden an Erwartungen zu stellen. Wie kommt denn so etwas zustande?

 

Viele Frauen glauben, wenn sie ihren Partner glücklich machen wollen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche denen ihres Partners unterordnen, viele schauen danach, dass es den anderen in der Familie gut geht, vor allem dem Mann, und sie nehmen sich dabei zurück. Es hört sich jetzt vielleicht ein wenig unwahrscheinlich an, doch insgeheim fühlen sie sich dem Mann verpflichtet und wenn sie lange genug dieser Pflicht nachkommen, dann wird meistens daraus eine Erwartungshaltung.

 

Es entsteht sowohl bei ihm als auch bei ihr eine Erwartungshaltung, bei ihm, weil er das immer bekommen hat und bevorzugt wurde und bei ihr, weil sie unbewusst erwartet, dass er seine Verpflichtungen einhält. Das Seltsame an dieser Situation ist, dass der Partner manchmal gar nicht weiß, wofür er verpflichtet wurde, weil bei vielen Paaren diese Mechanismen vollkommen unbewusst ablaufen.

 

Erwartungen sind in Beziehungen wie ein unsichtbarer Schleier, wenn sie unausgesprochen und unbewusst da sind – es erzeugt Druck, eine Unabdingbarkeit, ist etwas sehr starres, etwas, was erdrückt oder drückt und keinen Raum lässt.

 

An einem Beispiel wird es deutlich:

 

Melanie und Christian sind ein Pärchen. Melanie ist eine nach außen selbstbewusste Frau, sie ist berufstätig, beide haben zusammen zwei Kinder, die in der Schule sind. Melanie gibt in der Familie den Ton an, sie weiß immer ganz genau, was sie will und was für die anderen gut ist. Sie strahlt das auch aus. Alle richten sich nach Melanie und das Familienleben hat auch einen ganz schönen Ablauf, doch wenn mal jemand aus der Reihe tanzt und etwas anderes machen möchte, als das, was Melanie geplant hat, dann entwickelt sie eine Atmosphäre, die nicht zum Aushalten ist. Diese Stimmung im Haus ist nicht offensichtlich, aber da. Spricht Christian sie darauf an, bekommt er nur eine ganz knappe Antwort , die nicht unfreundlich und nicht direkt abweisend ist, aber auch nicht wohlwollend und einladend. Es hängt etwas in der Luft und dabei wollte Christian am Wochenende doch nur zum Fußballspiel ins Stadion, doch sie wollte doch eigentlich mit ihm ins Möbelhaus das neue Sofa aussuchen und ein Familienevent daraus machen, ihre Kinder mitnehmen und im Möbelhaus essen.

 

                                                

 

Melanie erwartet von ihrem Mann Zuverlässigkeit, Geborgenheit und emotionale Sicherheit. Unbewusst versucht sie auf diese Art und Weise ihre Bedürfnisse durch ihn zu erfüllen und drängt  auf Erfüllung. Sie erfüllt sie sich nicht selber, sondern macht unsichtbar ihren Mann dafür verantwortlich. Dieses straffe Familienregiment ist im Grunde genommen nichts anderes als ihr Wunsch nach Sicherheit und Bindung.

 

 

 

 

Allgemein gibt mehrere Reaktionsmöglichkeiten auf Erwartungen des Beziehungs-Gegenübers:

  • Er liebt sie und macht das, was sie erwartet.
  • Er sagt "NEIN" und lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern, und sie wird ohnmächtig. Das gibt garantiert Konflikte, weil sie ja etwas erwartet und es wahrscheinlich durchdrücken will.
  • Er geht in Deckung und in die Vermeidung, d.h. wenn sie etwas erwartet, dann flutscht er ihr weg, er weicht ihr ohne Diskussion aus. Die Folge davon ist, er geht nach und nach aus der Beziehung heraus.
  • Er erfüllt ihre Erwartungen nicht und führt ihr ihre Erwartungsmuster immer wieder vor, bis sie merkt, dass sie etwas erwartet und beginnt es langsam zu ändern.
  • Er wehrt sich und es gibt einen dicken Streit.

Die Entstehungsgeschichte deiner Erwartungen

Erwartungen kommen nicht von ungefähr, das ist ein erlerntes oder von den Eltern übernommenes Muster aus der Kindheit.

 

Im Beispiel von Melanie hat sie eine Mutter, die sehr viele Erwartungen an sie hatte. Melanies Mutter hat auch nicht direkt ihre Bedürfnisse und Wünsche gelebt, sondern eher zurück gestellt. Indem sie ihre Erwartungen stellt, aus der Tradition geboren, hat sie eine gewisse Vorstellung entwickelt, wie ihre Tochter sein soll.

Sie hat von Melanie erwartet, dass sie genauso sein soll, wie sie sie in ihrer Vorstellung haben wollte, nämlich lieb, freundlich und folgsam, ein liebes Mädchen eben. Melanie musste diese Erwartungen erfüllen und erfüllt sie unterbewusst immer noch und hatte und hat Druck.

 

Sie hat die Erwartungen der Mutter erfüllt

  • Damit sie geliebt wurde,
  • Damit sie angenommen wurde
  • Damit sie anerkannt wurde
  • Damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlen wollte,
  • Vielleicht auch, weil sie gerne die Erwartungen von ihr erfüllen wollte,
  • Weil sie nicht auffallen wollte,
  • Weil sie nicht dagegen opponieren wollte

 

Es ging um Zuneigung und Liebe, um Bindung, um Anerkennung, um emotionale Sicherheit, und deshalb hat sie die Erwartungen ihrer Mutter erfüllt.

 

Das Besondere an Erwartungen ist, als Kinder wissen wir ja gar nicht, was Erwartungen sind. Wir sind als Kinder wie ein ungeschriebenes Blatt Papier und sofern die Eltern Erwartungen haben, bleibt einem als Kind nichts anderes übrig, als dem zu folgen. Aus dieser Lage heraus übernimmt das Kind dieses Muster einfach, es ist für das Kind existentiell, denn, wenn es den Erwartungen nicht entsprochen hätte, wäre es nicht akzeptiert worden.

 

Ja, so ist das. Das Muster wird einfach weiter gelebt, bis es unterbrochen, das heißt bewusst gemacht wird und aufgearbeitet wird, sonst geht es weiter in die nächste Generation.

 

Ist das Muster der Erwartungen weiterhin unbewusst, dann werden Erwartungen an den Partner gestellt, an das Kind, die Kinder, wenn man Lehrer ist, werden die Erwartungen auf die Schüler übertragen oder im Berufsleben werden die Erwartungen auf die Kolleginnen und MitarbeiterInnen übertragen. UND wenn das Muster nicht erkannt wird, dann bleibt die entsprechende Person einfach persönlich stecken und kommt in ihrer Beziehungsfähigkeit nicht weiter.

 

Statt Erwartungen zu haben, ist es natürlich besser, in Beziehung zu gehen, in ein Gefühl zu gehen, in Kommunikation gehen und mit dem Gefühl die Beziehung zu leben.

 

Wie kommst du aus der Erwartung heraus?

Wird eine Erwartung an dich gestellt, dann überprüfe, ob du das tun kannst aus dir heraus und aus einer Freiwilligkeit heraus, also nur, wenn du es wirklich willst und nicht, weil du gelernt hast, zurückzustecken und glaubst, du bekommst etwas dafür. Eine ganz einfache Methode ist, zweifele die Erwartung an.

 

„Muss ich diese Erwartung jetzt erfüllen oder nicht?“, ist die Frage, die den Zweifel auslöst. Die Antwort lässt zumindest zwei Antworten offen – vorher nicht – , auch wenn du es zunächst erfüllst, auch, wenn du es nicht erfüllen musst, wirst du durch diese Frage beginnen, darüber nachzudenken, du machst dir auf jeden Fall damit die Erwartung bewusst.

 

Wenn du es bist, die die Erwartungen hast, ist es etwas schwieriger, denn du musst es ja erstmal selber bemerken, dass du es bist, die Erwartungen hat.

 

Sind Erwartungen an deinen Partner identifiziert, dann schau in deine Kindheit und schau dir die Erwartungsmuster deiner Eltern an. Dann kannst du erkennen, dass diese Erwartungen gar nicht von dir stammen. Es ist wichtig, diese Erwartungshaltung deiner Eltern zu erkennen, zu relativieren, also anzuzweifeln.

 

Passiert das nicht, dann sind Erwartungshaltungen ein ewiger Konfliktherd in der Beziehung.

 

Der Partner wird entweder um seine Freiheit kämpfen oder sich resigniert unterordnen, nur Liebe ist das nicht, im Gegenteil, wenn Liebe da ist, wird sie dadurch zerstört.

Erwartungsmuster haben sich länger, fast lebenslang eingeschliffen, und es braucht Bewusstheit, um das Muster Schritt-für Schritt auszuschleichen.

 

5 Schritte wie du Erwartungsdruck löst:

  1. Beobachtung, Wahrnehmung und Achtsamkeit (Wodurch tritt eine Erwartung auf?
  2. Bewusstwerdung (Muss du die Erwartung jetzt haben?)
  3. Bedürfnisklärung (Was brauchst du statt Erwartung)
  4. Nicht-mehr-Anwenden des Erwartungsmusters
  5. Mit dem, was du für dich erkannt hast, mit dir und mit deinem Partner in Beziehung gehen und darüber sprechen. Es ist ja meist so, dass dein Partner auf der anderen Seite auch ein Muster hat, was er auf diese Art und Weise bearbeiten kann.

 

Möchtest du zu den Frauen gehören, die schon ihre weibliche Energie in der Partnerschaft leben und ein energetisch höhere Stufe erreichen und dich nicht mehr von deinem abhalten lassen und Belast abwerfen und dich der wirklichen Liebe zuwenden, dann kann ich dir das Seminar:

„10 Schritte zur liebevollen und achtsamen Beziehung“ empfehlen. In diesem Seminar werden Schritt für Schritt die ganzen Muster, Prägungen wahrgenommen, bewusst gemacht, geklärt, was du in Wirklichkeit brauchst und mit Seelenreisen kannst du zu deiner wahren Natur kommen und dir anschauen, hören, fühlen und wahrnehmen, was deine Seele braucht, statt der Muster zu leben. Wünschst du dir Begleitung beim Klären deiner Partnerschaft?

 

Probiere es mit der Challenge zu deiner Partnerschaft

Alles Liebe, Elke


 "Wenn wir unsere weiblichen Energie leben und unsere weibliche Natur erfahren und uns von allem Belast befreit haben,

der uns bisher aufgehalten hat,

dann leben wir das Leben,

was wir wirklich leben möchten und wofür wir hier sind."