Erweckung deiner weiblichen Intuition

 

Das Ur-Weibliche scheint zunächst in unserer Welt verloren gegangen zu sein. Viele Frauen haben ihre Energie auf der männlichen Seite ihrer Energie und versuchen im aktiven Tun zu sein, viel zu machen, auch Karriere zu machen oder als Mutter strukturell ihr Muttersein leben und zu organisieren.

 

Doch die Wurzeln der Weiblichkeit sind verschlossen, verschüttet und wollen zunehmend wieder ins Bewusstsein. Alle Aspekte der Weiblichkeit sind in unserer Psyche gespeichert, das wissen wir spätestens seit C. G. Jung und können reaktiviert werden.

 

Es gibt einen Einweihungsprozess, welcher die individuelle, weibliche Psyche durchschreiten muss, um wieder eine klare Beziehung zu dem bekommen, was Intuition ist - das eingebende Wissen, das Wahrsagende, das Wissende, die weise Führung, die innere Stimme, die Eingebung, die Sichtigkeit, das Mediale, das Instinktive.

Manchmal wird die Intuition als spirituell oder esoterisch abgetan, dennoch ist sie ein ganzes Gehirnarreal in uns, was da ist, nur für meine Begriffe vollkommen unterminiert worden ist zugunsten des Geistes, des Verstandes.

Doch gerade das Intuitive macht uns Frauen aus. Wie die Intuition wieder angebunden werden kann, beschreibe ich in insgesamt neun Anleitungen zur Intuition-Wiederanbindung mit Inspirationen im Anhang.

 

 

1. Anbindungsprozess: Lasse deine Mutter los

 

Archetypisch haben wir Frauen in unserer Psyche die Mutter, die stets sorgend, wachsam über uns wacht, überbehütend. Das Instinktive in einer jungen Frau ist dadurch eher blockiert als aufgeblüht.

 

Orientiert sich die junge Frau an ihrer Mutter können keine intuitiven Kräfte in Bezug auf riskante oder gefährliche Erfahrungen, Manipulationen oder Werte entstehen. Es geht ja darum, eigenständig selbst für sich zu sorgen, zu wach(s)en und etwas einschätzen zu können und herauszufinden, was gut tut oder nicht gut tut.

 

In dem Moment, in dem sie sich von der inneren und auch äußeren Mutter abkoppelt, verwandelt sie sich in ein starkes, selbstständiges, eigen – williges und eigen – mächtiges Wesen.

 

Wir kennen das in Form von Introjekten, bei denen die innere Mutter die Frau bestimmt, ohne dass die Mutter anwesend ist und genau DAS bremst ihre eigene Entwicklung.

 

Doch es ist ja die innere Mutter in der Psyche als Archetyp angelegt, der behutsam ist, sorgend und auch intuitiv ist und das ist genau der Mutterkern, der als Essenz des intuitiven Urwissenes vererbt wird und der Tochter in ihrer Persönlichkeit eingepflanzt wird.

 

Es gibt zwei Unterbrechungspunkte, die die Entwicklung der Intuition unterbrechen lassen - eine überbehütende tatsächliche Mutter und eine, die die Mutterrolle selber nicht wirklich angenommen hat.

 

Die Ausbildung der inneren Mutter kann fortgesetzt werden, wenn die tatsächlich gluckende Mutter (oder nicht anwesende) bei Seite geschoben wird und eine Erfahrung gemacht wird, mit der der Urinstinkt gelebt werden muss, und die junge Frau auf sich alleine gestellt ist – meistens ergeben sich die Lebensumstände so, dass die Anbindung an die Uressenz der Intuition gelebt werden muss.

 

Viele junge Frauen streben nach Schutz und Sicherheit, doch meist kommt die Einweihung erst, wenn sie sich fallenlassen müssen und sich auf sich selber verlassen müssen, eben auf sich selbst gestellt sind.

 

Die junge Frau weiß meistens instinktiv, dass es besser ist, sich dem Rockzipfel zu entziehen oder das eigene stark mitfühlende nicht gerade mutige Selbst zu verlassen zu Gunsten einer starken Frau und begegnet meist der eigenen Ur-Weiblichkeit, die sie auf die Feuerprobe stellt und alle Einzelheiten des Dies- und Jenseits offenbart mit einer tiefen Weisheit und Klarheit.

 

Das sind meist ganz tiefe Einsichten in unser wahres weibliches Wesen, was so tief und so abgrundtief ehrlich ist, dass du ganz genau weißt, das bin ich jetzt in meiner Ur-Weiblichkeit.

 

 

Für dich einige Inspirationen zum Nachspüren:

 

Was schätzt du an deiner eigenen Mutter?

 

Hast du die innere Stimme noch nicht losgelassen?

 

Schutz und Sicherheit: Wo hängst du noch am Rockzipfel?

 

Wie fühlt sich deine innere archetypische Mutter an, ist sie deiner Mutter sehr ähnlich oder hast du schon den Kontakt zu deiner eigenen „ursprünglichen Ur-Mutter“ gehabt?

 

Schreibe deine Antworten und dass, was bei dir kommt, in dein Tagebuch, wenn du keins hast, dann besorge dir eins.

 

 

 

 

Die Ausführungen zu diesem Kapitel sind angelehnt an "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés