Erweckung deiner weiblichen Intuition – grenze dich ab

Das Ur-Weibliche scheint zunächst in unserer Welt verloren gegangen zu sein. Viele Frauen haben ihre Energie auf der männlichen Seite ihrer Energie und versuchen im aktiven Tun, Karriere zu machen oder als Mutter strukturell ihr Muttersein „abzuarbeiten“. Doch die Wurzeln der Weiblichkeit sind verschlossen, verschüttet und wollen zunehmend wieder ins Bewusstsein. Alle Aspekte der Weiblichkeit sind in unserer Psyche gespeichert, das wissen wir spätestens seit C. G. Jung und können reaktiviert werden.

 

Das Intuitive macht uns Frauen aus. Wie die Intuition wieder angebunden werden kann, beschreibe ich in insgesamt neun Anleitungen zur Intuition-Wiederanbindung mit Inspirationen im Anhang.

 

2. Anbindungsprozess - Grenze dich ab, lebe deins

In der 2. Anbindungsphase ist es wichtig, sich neben der Ablösung vom sogenannten „lieben Kind“, das sich in „lieb-sein“, „freundlich-sein“, „fügsam-sein“, „ein-nettes-Mädchen-sein“ äußert, sich mit den Schattenaspekten in der Psyche zu beschäftigen, die ausbeuterisch sind, eifersüchtig und sich ausgrenzend. Die junge Frau sollte sich mit dem Schatten ihrer Psyche auseinander setzen und alles, was ihr eingetrichtert worden ist, sollte sie für sich überprüfen und ggfs. loslassen.

 

 

Vom „So-solltest-du-sein“, zum „Ich-bin-aber-so“.

Diese Anbindungsphase beschäftigt sich mit inneren Verhaltenskonditionen, die sagen wie die junge Frau sich anzupassen hat oder werden soll – sie soll tun, was von ihr verlangt wird.

 

Es wird der Dissens bewusst, warum die junge Frau sich anpasst, denn wenn sie sich anpasst, wird sie angenommen und gemocht – doch wenn sie sich anpasst, dann nimmt sie sich nicht an und verlässt sich! Die daraus resultierende Zerrissenheit wird so lange ertragen, bis sie sich entscheidet.

 

Jede Frau kennt diesen Konflikt, der mehr oder weniger stark zu Tage tritt, je mehr er bewusst oder unbewusst ist. Jedenfalls wird den Erwartungen der Gesellschaft entsprochen, wird man den Erwartungen der Gesellschaft gerecht oder nicht.

 

Diese Erwartungen sind nicht der Grundton der in der eigenen Seele schlummernden intuitiv wahrzunehmenden Gedanken und Eingebungen.

 

Wieso sollte die junge Frau, überhaupt ihre Intuition entfalten, wenn ständig die traditionell strukturierten Verhaltensmuster und –prägungen in ihrem Innern lauter sind als ihre Seelenstimme.

 

Auch Sätze wie „Du bist nicht (gut) genug“, „Wenn du nicht so bist wie ich, dann werde ich dich nicht lieben“, „Wenn du dich so verhältst, wie ich will, dann achte ich dich als Tochter“.

 

Diese manipulierten Energien rauben der heranwachsenden Frau die Ausprägung ihrer eigenen Stärke, nehmen Mut und machen ein latent schlechtes Gewissen. Sie haben auch den Sound von Bedingung in der Liebe.

 

Auch die männliche Energie in der Gesellschaft hält sich da meist raus, sie mischen sich nicht ein oder verdrängen die Manipulation und können teilweise die manipulierte Wirklichkeit auch nicht sehen.

 

Es wird ihr immer wieder angeraten, ein liebes Mädchen zu sein, sich anzupassen und der Durchblick, die klare Sicht und auch die klärende Kommunikation werden nicht gerade gefördert -zu Ungunsten der Entwicklung der Intuition.

 

Entwickelt sie den Weg der Intuition schon eher als die Anderen, wird sie meist an den Rand der Gesellschaft gedrückt, weil die Anderen befremdlich reagieren – es ist eine ganz große Spannung, die eine junge Frau aushalten muss, da sie die Ausgrenzung und Einsamkeit riskiert.

 

Dieser immer größer werdende Konflikt zwischen traditioneller Anpassung und des tatsächlich gelebten SEIN, das Talente und Vorzüge und Stärken beinhaltet, ist für die Psyche schrecklich zu ertragen und manchmal reagieren die Frauen mit Leistung darauf, um ihre Anerkennung zu bekommen.

 

Es wird an ihr gezweifelt und sie abgewertet und verneint, bis die junge Frau innerlich ihren Halt vollständig verliert, in dem „Du bist nicht genug“.

 

Manchmal braucht sie diesen Zustand der Hoffnungslosigkeit und mobilisiert dann die ihr innewohnende Urkraft, die da sagt: „So, jetzt ist Schluss, meine Geduld ist hier zu Ende, ich werde jetzt alles tun, um herauszufinden, was mir gut tut und was nicht.“

 

Es geht nicht so weiter, die tiefsten Gefühle für sich selber zu unterdrücken. Der Weg führt zu einer bewussten Haltung zu sich selbst, zur Erkenntnis, das zu finden, was als inneres Feuer zu benennen ist. Die eigene Herzensenergie, das wirklich Eigene, die Anbindung an die eigene Intuition.

 

Nächste Woche folgt die Fortsetzung "Erwecke Deine Intuition - Teil 3"

 

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Für dich einige Inspirationen zum Nachspüren:

 

Abgrenzung von:

 

Was will die Gesellschaft von mir? Was sind meine bisherigen, aufgedrückten Verhaltensmuster?

 

Hin zu:

 

Was möchte ich? Wer bin ich? Wo ist mein Konflikt? Wo kann ich bei mir ansetzen, um mich zu finden.

 

Kleine Übung zum Bewusstwerden der Abgrenzung:

  • Guck mal, wie deine Mutter wollte, dass du sein sollst:
  • Meine Mutter wollte immer, dass ich….. (vervollständige den Satz bitte nicht nur einmal, guck, was für Dich kommt)
  • Wo hast du mit deiner Mutter gestritten?
  • Wo hast du sie stehen gelassen und hast deins gelebt?

Die Ausführungen zu diesem Kapitel sind angelehnt an "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés